Lukas 18,1-14
Das Gleichnis von der beharrlichen Witwe
1 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis darüber, dass sie allezeit beten und nicht müde werden sollten. 2 Er sprach: „In einer Stadt war ein Richter, der Gott nicht fürchtete und vor keinem Menschen Achtung hatte. 3 Und es gab in derselben Stadt eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: ‚Verschaffe mir Recht gegenüber meinem Gegner.‘ 4 Und er wollte lange nicht. Danach aber sprach er bei sich selbst: ‚Auch wenn ich Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen Achtung habe, 5 will ich doch, weil mir diese Witwe so viel Mühe macht, ihr Recht verschaffen, damit sie nicht am Ende komme und mich noch ins Gesicht schlage.'“ 6 Der Herr aber sprach: „Hört, was der ungerechte Richter sagt. 7 Sollte Gott nicht Recht verschaffen seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen? Und sollte er bei ihnen lange warten? 8 Ich sage euch: Er wird ihnen Recht verschaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommt, wird er dann Glauben finden auf Erden?“
Der Pharisäer und der Zöllner
9 Er sagte aber auch zu einigen, die sich selbst für gerecht hielten und die anderen verachteten, dieses Gleichnis: 10 „Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: ‚Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Menschen — Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe.‘ 13 Der Zöllner aber stand von ferne und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: ‚Gott, sei mir Sünder gnädig!‘ 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, jener aber nicht. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“
Hallo zusammen, ich bin Kiki. Der chinesische Name der zweiten Phase unseres Programms lautet „读经大讲堂“. Der englische Name ist „Bible Study“ (Bibelstudium).
Wir wollen einen entspannten und zugleich unterhaltsamen Lernstil pflegen, der euch in eine neue Lernwelt mitnimmt. Jedes Mal werde ich eine persönliche Zusammenfassung und Analyse aus der Sicht einer Lernenden erstellen, und danach wird Schwester Ingrid mit mir gemeinsam ein vertieftes Lernen und die Diskussion der Fragen mit euch allen durchführen.
Ich hoffe, dass dieser interessante und interaktive Prozess euch allen eine neue Lernerfahrung bringen kann. Im Folgenden mein Gespräch mit der Schwester zu den entsprechenden Fragen. Heute ist die 50. Lektion über das Lukasevangelium.
Alle sind herzlich eingeladen, im Kommentarbereich zur Diskussion beizutragen!
2. Meine Zusammenfassung des 50. Lukas-Studiums
Nun, liebe alle! Zunächst wie immer meine heutige persönliche Studienzusammenfassung.
Jesus erzählte zwei Geschichten über das Gebet.
Die erste Geschichte handelt von einer Witwe, die einen schlechten Richter immer wieder um Hilfe bat. Der Richter kümmerte sich weder um Gott noch um die Menschen, aber weil die Witwe nie aufgab, half er ihr schließlich. Jesus sagt: Wenn sogar ein schlechter Richter aus Beharrlichkeit hilft, wird Gott, der gut ist, seinen Menschen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, gewiss helfen. Deshalb sollen wir beständig beten und nicht den Mut verlieren. Aber Jesus stellt auch eine schwierige Frage: Wird er, wenn er wiederkommt, noch Menschen finden, die wirklich glauben?
Die zweite Geschichte handelt von zwei Männern, die im Tempel beteten. Der eine war ein Pharisäer, der damit prahlte, wie gut er war. Er dankte Gott, dass er nicht wie die anderen Sünder sei. Der andere war ein Zöllner, der sich schämte. Er wagte nicht einmal aufzublicken und betete nur: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Jesus sagte, dass der Zöllner vergeben nach Hause ging, nicht der Pharisäer. Warum? Weil der Pharisäer stolz war, der Zöllner aber demütig.
Also: Betet beständig, ohne aufzugeben, und betet mit einem demütigen Herzen. Gott erhöht die, die wissen, dass sie ihn brauchen, aber er erniedrigt die, die denken, sie seien besser als andere.
Nun lässt uns Schwester Ingrid eine vertiefende Zusammenfassung geben.
3. Der Kommentar der Schwester zu meiner Studienzusammenfassung
Hallo Schwester,
wenn wir die erste Geschichte lesen, müssen wir uns fragen, wer wen repräsentiert. Der Gegner ist der Teufel, der uns die ganze Zeit anklagt. Der Richter ist Gott, der die Witwe anhört und der niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig ist. Gott hat die Vollmacht zu tun, was er will.
Es gibt aber eine Witwe, die eine betende Gläubige darstellt, die Gerechtigkeit einfordert. Und weil Gott nicht als ungerechter Gott dastehen möchte, gibt er am Ende nach — weil sie beharrlich immer wieder kommt und weil er, wäre er nicht gerecht, riskieren würde, dass sie ihm sozusagen ins Gesicht schlägt, was zu jener Zeit im Nahen Osten einer Demütigung oder Beleidigung gleichkam.
Wenn wir beten, antwortet Gott auch — aber der Grund, warum wir die Antwort manchmal nicht hören, kann sein, dass wir nicht genug Glauben haben.
In der zweiten Geschichte sehen wir einen Pharisäer und einen Zöllner. Beide beten ebenfalls. Der Pharisäer versucht, Gott durch seine guten Werke zu bestechen, während der Zöllner anerkennt, dass Gott recht hat, ihn einen Sünder zu nennen, und um Erbarmen bittet.
Gott erhörte das Gebet des Zöllners, weil dieser sich selbst erniedrigte. Das Gebet des Pharisäers wurde nicht erhört, weil Gott nicht korrupt ist und nicht reagiert, wenn wir versuchen, ihn mit unseren guten Werken zu bestechen. So blieb der Pharisäer in seinen Sünden.
Beide Gleichnisse sind zugleich Warnung und Ermutigung, wie wir beten sollen — und sie zeigen, dass Gott ein demütiges und beharrliches Gebet erhört.
4. Fragen zum 50. Lukas-Abschnitt
Gut, basierend auf dem obigen Bibelstudieninhalt möchte ich der Schwester nun einige damit verbundene Fragen stellen. Wir hoffen, dass die folgenden Fragen unseren Brüdern und Schwestern hilfreich sein können.
1. Warum half der Richter der Witwe schließlich? Weil sie immer wieder zu ihm kam.
2. Was lehrt uns die Geschichte der Witwe über das Gebet? Wir sollen nicht aufgeben, auch wenn die Antwort nicht sofort kommt.
3. Beantwortet Gott Gebete immer sofort? Warum? Manchmal verzögert er sich aus verschiedenen Gründen: Er möchte uns prüfen, oder böse Mächte stellen sich ihm entgegen. Es kann viele Gründe geben, warum wir die Antwort nicht sofort sehen.
4. Was meinte Jesus mit der Frage: „Wird er Glauben finden auf Erden?“ Wenn Jesus wiederkommt, werden sich viele Menschen von ihm abgewandt haben. Er fragt also: Gibt es noch Menschen, die im Glauben beten, oder haben sich alle von ihm abgewendet?
5. Warum war der Pharisäer stolz, in der zweiten Geschichte? Er war stolz, weil er so viele gute Werke tat und sich dadurch gerecht fühlte.
6. Was sagte der Pharisäer, das zeigte, dass er auf andere herabsah? „Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“
7. Warum blickte der Zöllner nicht einmal zum Himmel auf? Er schämte sich und wagte es nicht, zum Himmel aufzublicken.
8. Was betete der Zöllner? Wie unterschied sich sein Gebet? Er erwähnte kein einziges gutes Werk — nur, dass Gott ihm gnädig sein solle.
9. Welcher Mann ging gerechtfertigt nach Hause (mit Gott ins Reine gebracht)? Warum? Der Zöllner ging gerechtfertigt nach Hause.
10. Was ist die Hauptlehre darüber, wie wir uns selbst sehen sollen? Wir sollen uns selbst mit Demut betrachten. Die Bibel sagt, dass wir alle Sünder sind und uns die Gerechtigkeit fehlt, die wir vor Gott haben sollten. Deshalb können wir vor dem Thron des Herrn nur um Gnade bitten — und um nichts anderes.

