Luke 17,1-10
Versuchungen zur Sünde
1 Und er sprach zu seinen Jüngern: „Es ist unvermeidlich, dass Versuchungen zur Sünde kommen; doch wehe dem, durch den sie kommen!
2 Es wäre besser für ihn, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde, als dass er einen dieser Kleinen zur Sünde verführt.
3 Habt Acht auf euch selbst! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er bereut, vergib ihm.
4 Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigt und siebenmal zu dir zurückkommt und sagt: ‚Ich bereue es‘, so sollst du ihm vergeben.“
Mehre unseren Glauben
5 Die Apostel sprachen zum Herrn: „Mehre uns den Glauben!“
6 Der Herr aber sprach: „Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: ‚Reiß dich aus und pflanze dich ins Meer!‘, und er würde euch gehorchen.“
Die unnützen Knechte
7 „Wer von euch, der einen Knecht hat, der pflügt oder die Schafe hütet, wird zu ihm sagen, wenn er vom Feld kommt: ‚Komm sofort her und setze dich zum Essen‘?
8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: ‚Bereite mir das Abendessen zu, binde dir die Schürze um und bediene mich, während ich esse und trinke; danach kannst du essen und trinken‘?
9 Dankt er dem Knecht dafür, dass er getan hat, was ihm befohlen wurde?
10 So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sagen: ‚Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur getan, was unsere Pflicht war.‘“
Hallo zusammen, ich bin Kiki. Der chinesische Name unserer zweiten Phase des Programms lautet „读经大讲堂“. Der englische Name ist „Bible Study“.
Wir möchten einen entspannten und zugleich angenehmen Lernstil verwenden, um euch in eine neue Welt des Lernens mitzunehmen. Jedes Mal werde ich eine persönliche Zusammenfassung und Analyse aus der Perspektive einer Lernenden geben, und anschließend wird Schwester Ingrid mir helfen, mit euch allen tiefer in das Thema einzutauchen und wichtige Fragen zu besprechen.
Ich hoffe, dass dieser interessante und interaktive Prozess euch neue Erkenntnisse und Lernerfahrungen bringt. Im Folgenden findet ihr mein Gespräch mit Schwester Ingrid zu den entsprechenden Themen. Heute ist die 47. Lektion zum Lukasevangelium.
Jeder ist herzlich eingeladen, im Kommentarbereich eine Nachricht zu hinterlassen und an der Diskussion teilzunehmen!
2. Meine Zusammenfassung der 47. Lektion im Lukasevangelium
Nun, liebe Freunde! Zunächst kommt wie immer meine persönliche Zusammenfassung des heutigen Bibelstudiums.
In diesem Abschnitt lehrt Jesus vier wichtige Dinge.
Erstens: Sünde ist etwas Ernstes. Wenn du jemanden dazu bringst zu sündigen, ist das schlimmer als zu ertrinken. Deshalb sollten wir auf unsere Worte und Taten achten.
Zweitens: Vergib ohne Grenzen. Wenn jemand gegen dich sündigt, sprich ihn ehrlich darauf an. Wenn er um Vergebung bittet, dann vergib ihm – selbst wenn er es siebenmal an einem einzigen Tag tut. Gott vergibt uns unbegrenzt, deshalb sollten auch wir so handeln.
Drittens: Glaube muss nicht groß sein. Selbst ein Glaube, der nur so klein wie ein Senfkorn ist, kann Erstaunliches bewirken – nicht durch Magie, sondern weil Gott mächtig ist. Deshalb mach dir keine Sorgen darüber, ob du „genug“ Glauben hast; vertraue Gott einfach mit dem Glauben, den du besitzt.
Viertens: Bleibe demütig. Wenn du alles getan hast, was Gott von dir verlangt, sei nicht stolz. Sage: „Ich bin nur ein Diener, der seine Pflicht getan hat.“ Das bedeutet nicht, dass Gott dich nicht liebt. Es bedeutet vielmehr, dass wir kein besonderes Lob für unseren Gehorsam verdienen, weil Gehorsam gegenüber Gott genau das ist, wozu wir geschaffen wurden.
Also: Verführe andere nicht zur Sünde, vergib bereitwillig, vertraue Gott auch mit einem kleinen Glauben und bleibe demütig. Das ist die Botschaft Jesu für jeden von uns.
Nun möchte ich Schwester Ingrid bitten, eine weiterführende Zusammenfassung zu geben.
3. Kommentar von Schwester Ingrid zu meiner Zusammenfassung
Der Text ist nicht leicht zu verstehen, deshalb habe ich Robertsons „Word Pictures“ zu Rate gezogen.
Das Erste, was wir hier lernen, ist, dass Versuchungen zur Sünde unvermeidlich kommen werden. Jesus warnt jedoch diejenigen, die die Ursache solcher Versuchungen sind. Noch immer stehen die religiösen Führer der Juden mit ihrer ganzen Macht im Mittelpunkt. Sie werden Jesus ablehnen und ihn kreuzigen lassen und viele einfache Menschen auf den breiten Weg ins Verderben führen, weil sie Religion lehren, aber keinen echten Glauben.
Der Vergleich mit dem Mühlstein um den Hals verdeutlicht die Schwere dieser Sünde und zeigt, wie vorsichtig wir in diesem Bereich sein müssen.
Wir sollten auch darauf achten, anderen vergeben zu wollen. Bitterkeit und Unversöhnlichkeit sind oft die Wurzel weiterer Sünden. Deshalb lehrt Jesus, dass wir über unsere Konflikte sprechen sollen. Wenn der andere um Vergebung bittet, sollen wir ihm vergeben. Wenn ein weiterer Konflikt entsteht, sollen wir genauso handeln und niemals aufhören, Konflikte durch ehrliche Gespräche und Vergebung zu lösen.
Dann verstehen die zwölf Apostel, dass man Glauben braucht, um all diese Dinge tun zu können. Doch Jesus macht ihnen Mut und erklärt, dass selbst ein Glaube so klein wie ein Senfkorn ausreicht, um die Aufgaben zu erfüllen, die Gott uns gibt. Er sagt, dass sie sogar zu einem Maulbeerfeigenbaum sprechen könnten, der sehr tiefe Wurzeln hat und sehr groß wird, und ihm befehlen könnten, seinen Platz zu verlassen und sich ins Meer zu verpflanzen.
Der letzte Teil dieses Textes erinnert uns daran, keine Belohnung in diesem Leben für unseren Dienst zu erwarten. Der Tag wird kommen, an dem wir im Himmel unseren Lohn empfangen. Solange wir jedoch hier auf der Erde leben, sollten wir – wie du richtig gesagt hast – demütig bleiben und dienen.
Insgesamt müssen wir bedenken, dass Jesus auf dem Weg nach Jerusalem war, wo er gekreuzigt werden sollte, als er diese Worte sprach. Die meisten davon waren ernste Anweisungen für die Apostel, wie sie sich in den kommenden schweren Tagen verhalten sollten.
4. Fragen und Antworten zur 47. Lektion im Lukasevangelium
Gut. Auf Grundlage des Bibelstudiums möchte ich Schwester Ingrid nun einige Fragen stellen.
Wir hoffen, dass die folgenden Fragen für unsere Brüder und Schwestern hilfreich sein werden.
1. Warum sagt Jesus, dass es schlimmer ist, jemanden zur Sünde zu verführen, als zu ertrinken?
Durch das Ertrinken verliert man sein irdisches Leben. Wenn man jedoch jemanden zur Sünde verführt, bringt man ihn in Gefahr, das ewige Leben zu verlieren.
2. Wer sind diese „Kleinen“ – Kinder oder neue Gläubige?
Es sind gewöhnliche Menschen, die damals nur wenig Kenntnis von der Heiligen Schrift und der Bibel hatten. Sie waren auf das angewiesen, was die Pharisäer sie lehrten, weil die meisten von ihnen nicht lesen konnten.
3. Wenn ein Freund dir Unrecht tut, welche zwei Dinge solltest du tun?
Zuerst sollte man über den Konflikt sprechen. Danach sieht man, wie die andere Person reagiert. Wenn sie um Vergebung bittet, vergebe ich ihr.
4. Wie oft am Tag musst du jemandem vergeben, der immer wieder um Entschuldigung bittet?
Ohne Grenzen.
5. Warum baten die Nachfolger Jesu ihn um mehr Glauben?
Die zwölf Apostel baten um mehr Glauben. Sie waren bereits drei Jahre mit Jesus zusammen und bemerkten, dass die Dinge, die er lehrte, im Alltag sehr schwer umzusetzen waren.
6. Was kann ein winzig kleiner Glaube wie ein Senfkorn bewirken?
Er kann einen großen Baum mit tiefen Wurzeln versetzen. Deshalb sollten wir uns nicht von unseren Problemen entmutigen lassen. Mit einem kleinen Glauben können wir sie überwinden.
7. Dankt der Herr seinem Knecht dafür, dass er seine Arbeit getan hat?
Nein, das tut er nicht.
8. Was sollten wir sagen, nachdem wir Gott vollkommen gehorcht haben?
Wir haben getan, was von uns verlangt wurde.
9. Warum nennt Jesus uns „unnütze Knechte“, selbst wenn wir Gutes tun?
Keiner von uns ist würdig, Gnade zu empfangen. Wir alle sind Sünder, aber die Gnade Gottes ist ein freies Geschenk. Wir können sie nicht durch unseren Dienst verdienen.
10. Wie hängt das Vergeben anderer Menschen mit Demut zusammen?
Gott hat uns vergeben, und deshalb sollen auch wir anderen vergeben, ohne zuerst zu fragen, ob sie unsere Vergebung verdienen.


